125-jähriges Gründungsfest am 24. Juni 2001

Artikel der Landshuter Zeitung vom 27. Juni 2001

Der ganze Ort feierte mit seiner Feuerwehr

Jubiläums-Wochenende anläßlich 125 Jahren Feuerwehr – Großer Festzug am Sonntag

Prinkofen. Am Wochenende feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 125-jähriges Gründungsfest. Ein ganzes Dorf war im Festfieber und feierte mit seiner Wehr. Es war wieder einmal der Beweis, wie Vereine das gesellschaftliche Leben eines Dorfes bereichern. 60 Vereine aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen, dominierend natürlich die Freiwilligen Feuerwehren, kamen aus nah und fern, um bei diesem Ereignis mit dabei zu sein.

  Dem Aufruf des Königlich Bayerischen Bezirksamtes Landshut im Mai 1876, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, folgten auch Bürger in Prinkofen. Galt es anfänglich überwiegend Haus und Hof vor dem Feuer zu schützen, so hat sich im Laufe der Zeit das Betätigungsfeld wesentlich verändert. Heute stehen modern ausgerüstete Freiwillige Feuerwehren in den Ortschaften und Gemeinden und leisten in vielen Bereichen Hilfe und Dienst am Nächsten.
  So eine modern ausgestattete Feuerwehr ist auch die Freiwillige Feuerwehr Prinkofen, und mit Stolz konnte sie dies Fest feiern.Das Schirmherrnbitten beim ersten Bürgermeister der Marktgemeinde Ergoldsbach, Franz Diener, wie auch das Festmutterbitten bei Maria Wittmann in Jellenkofen war nicht umsonst, denn beide nahmen diese Aufgabe gerne an. Das Festmutterbitten wurde mit der Anwesenheit der Fahnenmutter Amanda Meyer und den Festdamen von der Fahnenweihe 1956 bereichert.
  Bereits am Freitagabend wurde die Bevölkerung mit einer „Summer-Night-Party “ auf das Fest eingestimmt. Diese Zeltparty fand großen Anklang und die folgende Nacht wurde bei vielen sehr kurz.
  Am Samstag gab es auf dem Anwesen der Festmutter Maria Wittmann vor dem Bieranstich einen Empfang mit Bewirtung und einem Umtrunk. Danach wurde durch den Schirmherrn und ersten Bürgermeister Franz Diener der Bieranstich vorgenommen. Fachmännisch trieb er den Zapfhahn ins Fass und das süffige Bier begann zu fließen, und mit den Worten „O'zapft is'“ war das Gründungsfest offiziell eröffnet. Anschließend ging es zur Filialkirche Iffelkofen, wo man in einer Andacht, gehalten vom Pfarrer Martin Müller, der verstorbenen Vereinsmitglieder gedachte.
  Im Anschluss daran fand im Festzelt ein Fest- und Ehrenabend mit Ehemaligentreffen
statt. Festleiter Franz Hanusch hieß alle Teilnehmer, die Ehrengäste, KBM Löbl, Ehrenbrandmeister Rohrmeier, Karl Müller, Ehrenbürger und Altbürgermeister Alois Paßreiter, die Vorstände Josef Summer und Willi Wittmann, den Kommandant Wilhelm Eichstetter, den Schirmherrn Franz Diener, die Festmutter, die Festdamen und die für Stimmung sorgende Kapelle Niederviehbacher willkommen. Eine besondere Freude bereitete ihm und der ganzen Feuerwehr und allen Anwesenden, dass sich Kolleginnen und Kollegen der ältesten (Gründung vor 160 Jahren) und der jüngsten Feuerwehr (gegründet im September 2000) Deutschlands aus Meissen/Sachsen und Essen, Stadtteil Margarethenhöhe, eingefunden haben. Willkommen heißen durfte er auch die Festmutter Amanda Meyer mit ihren Festdamen von der Fahnenweihe 1956.
  Danach folgten die Grußworte vom Schirmherrn und ersten Bürgermeister Franz Diener, der meinte, das Dorf sei im Festfieber. Er dankte den Feuerwehrmännern für die gute Vorbereitung. Er beglückwünschte die Feuerwehr zu ihrer neuen Standarte und zu ihrer restaurierten Fahne.
  Landtagsabgeordneter Josef Eppeneder überbrachte die Glückwünsche des Landrats und wünschte dem Fest einen guten Verlauf. Auch der Vorstand des Patenvereins aus Langenhettenbach beglückwünschte den Jubelverein zu seinem Gründungsfest. Festmutter Maria Wittmann griff nun selbst zum Akkordeon und brachte gemeinsam mit der Dorfkindergruppe einige Lieder zum besten.
  Festleiter Franz Hanusch gab einen kurzen Rückblick über die Entwicklungsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Prinkofen. Zu der Fahne und der Standarte meinte er, die alte Fahne sei nicht mehr im besten Zustand gewesen und man habe sie deshalb restauriert. Die neue Standarte habe man nach dem Vorbild der alten gestaltet. Er überreichte den
Abordnungen der Meissener und der Essener Feuerwehr Gastgeschenke, die sich wiederum mit Geschenken aus ihren Städten bedankten. Danach folgte die Eintragung ins „Goldene Buch“.
  Es folgten Ehrungen langjähriger Mitglieder, und sie bekamen nebst Urkunde Erinnerungsgeschenke. Für Festleiter Franz Hanusch gab es eine große Überraschung, als er für seine 20-jährige Kommandantenzeit zum Ehrenkommandanten ernannt wurde. Danach ging das Fest weiter.
  Am Festsonntag gab es bereits in aller Herrgottsfrüh den Weckruf durch die Böllerschützen mit anschließender Einholung der Festmutter und der Festdamen und des Patenvereins;es gab bei der Festmutter das obligatorische Weißwurstessen. Der Kirchenzug bewegte sich zum Turnplatz der ehemaligen Volksschule, wo Pfarrer Müller auf dem wunderschön gestalteten Altar einen Feldgottesdienst zelebrierte. In seiner Predigt sagte er: „Alleine ist es im Himmel nicht schön!“ Die schönsten Sachen machten nicht halb so viel Freude, wenn man sie alleine tue – noch schlimmer, wenn man sie alleine tun müsse, weil niemand anders da sei. Kein Mensch könne für sich alleine existieren.Das Miteinander sei ein Wesensmerkmal des Menschen. Folgerichtig brauchten wir, um glücklich zu sein, andere Menschen, die mit uns Leben, die das Leben mit uns teilten. Es folgte die Segnung der Fahne und der Standarte und die Verleihung der Erinnerungsbänder.
  Anschließend im Festzelt ging Schirmherr und erster Bürgermeister Franz Diener auf die vorausgegangenen Tage und den Festsonntag ein und meinte, man könne durchaus von einem schönen und gelungenen Gründungsfest sprechen. Der Ablauf war von der Freiwilligen Feuerwehr und ihren Helfern gut vorbereitet. Er wünschte ihr weiterhin gute Jahre. „Wie wir wissen,ist die Prinkofener Feuerwehr gut ausgerüstet, hilfsbereit und einsatzfreudig. Wir können ruhig schlafen, weil es sie gibt“, meinte er zum Schluss.
  Bevor man sich der Gemütlichkeit und einer guten Maß Bier widmen konnte, folgte noch die Geschenkverleihung (Erinnerungsbänder). Zum Schluss des Gründungsfestes meinte Festleiter Franz Hanusch, es war ein gelungenes Fest, und dankte allen, die daran beteiligt waren.