Festmutterbitten am 04. August 2000

Artikel der Landshuter Zeitung vom 07. August 2000

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Festmutter ließ sich lange bitten

Festmutterbitten der Feuerwehr Prinkofen - Maria Wittmann sagte "ja"

Ergoldsbach. Zum 125-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Prinkofen am 22. und 23. Juli 2001 gehört neben dem Schirmherrn, der vor 14 Tagen mit Bürgermeister Franz Diener gefunden wurde, auch eine Festmutter. Dafür war Maria Wittmann, die Ehefrau des zweiten Vorsitzenden Willi Wittmann auserkoren.

fb_04_2.jpg So formierten sich am Freitagabend vor dem Feuerwehrgerätehaus ein Zug mit den Wehrmännern, der Fahnenmutter bei der Fahnenweihe 1956, Amanda Meier, den damaligen Festdamen und den für das kommende Fest vorgesehenen Schirmherrn ein Zug mit Musikbegleitung durch das Duo Stempfhuber-Meier zum Haus der gekürten Festmutter.

Nach überliefertem Ritual, jedoch etwas variiert, verlief das Festmutterbitten und nach einigen Gstanzln von den beiden Vorsitzenden Josef Summer und Willi Wittmann, den beiden Kommandanten Willi Eichstetter und Günther Rohrmeier und Festleiter Franz Hanusch ließen sich die Bittsteller nieder auf ihr Marterwerkzeug - ein spitzes Holzscheit -, um inbrünstig flehend und jeden Schmerz ertragend der künftigen Festmutter ihre Bitten in Gedichtform vorzutragen: "Die Vorstände und Kommandanten können das 'Ja' kaum erwarten, drum bitten wir di allesamt, übernimm bei uns das hohe Amt. Da Schmerz is groß, o mei, o mei, gib deinem Herz an Stoß, sag ja und schlag ei!"

fb_17.jpgAber so einfach wollte die neue Festmutter das 'Ja' nicht geben und baute besondere Hürden auf, denn die Bittsteller mit Schirmherrn Diener hatten einen Test mit einer Schnupfmaschine zu bestehen, mussten die beiden Strophen der Bayernhymne intonieren, was ihnen nicht leicht fiel, und Maria Wittmann verlängerte ihre Leidenszeit mit einigen Liedstrophen nach der Melodie "Ja, so sans, die Rittersleut" und dem Text "Ja, da knians, dö Feuerwehrleut und bitt'n schö, dass i nächst's Jahr als Festmutter geh".

Nach einem Schnäpschen und der Feststellung der Festmutter: "Ihr habt eure Aufgabe richtig g'macht, dös is klar, i versprich euch, i mach die Festmutter nächstes Jahr". Jetzt war der Bann gebrochen und es herrscht eitel Freude und Sonnenschein bei den Wehrmännern, den Festdamen und Gästen und die neue Festmutter lud alle zu einem deftigen Rollbratenessen mit süffigen Getränken in die "Festhalle" auf ihren Hofe ein, wo das "Ja" entsprechend gefeiert wurde.

fb_34.jpgfb_35.jpgGstanzln von den Wehrmännern Stempfhuber (Bild links) und Stadler (Bild rechts), bei denen so manch einer "sein Fett abbekam", trugen zur Erheiterung bei, und die Festmädchen (Bild unten) stellten sich mit einem Steckbrief den Gästen vor, die sich noch lange in die Nacht hinein der Freude hingaben.